Foto Academy

Shooting Praxis – Portrait

Praxisaufgabe: Dein erstes Portraitshooting

Ziel dieser Übung ist es, das Gelernte aus den bisherigen Modulen anzuwenden und gleichzeitig erste Bilder für Dein Portfolio zu erstellen.

Nimm Dir ausreichend Zeit und arbeite ohne Druck. Es geht nicht darum, perfekte Bilder zu erschaffen, sondern Erfahrungen zu sammeln und Deinen Blick zu schulen.

Vorbereitung

✓ Kamera im manuellen Modus

✓ Stativ (optional, aber empfohlen)

✓ Festbrennweite 50mm f/1.8 oder f/1.4

✓ Natürliches Licht am Fenster oder im Freien

✓ Fernauslöser oder Kamera-App (für Selbstportraits)

Ans Werk

In diesem Modul vereinen wir alles, was Du bisher gelernt hast, und setzen gemeinsam ein Portraitshooting um.

Vielleicht nutzt Du diese Gelegenheit sogar für ein Selbstportrait. Denn der nächste Schritt auf Deinem Weg als Fotografin oder Fotograf wird sein, sichtbar zu werden. Menschen möchten wissen, wer hinter der Kamera steht. Ein authentisches Portrait von Dir selbst kann später für Deine Webseite, Social-Media-Kanäle oder Dein Portfolio wertvoll sein.

Für ein scharfes Selbstportrait empfehle ich Dir die Verwendung eines Stativs. So kannst Du Deine Kamera stabil positionieren und hast die Freiheit, Dich ganz auf Bildaufbau, Ausdruck und Pose zu konzentrieren.

Achte bei der Wahl des Aufnahmeortes auf eine gute Lichtsituation. Natürliches Fensterlicht eignet sich hervorragend für Portraits und sorgt oft für eine besonders weiche und schmeichelhafte Wirkung.

Wenn Du Dich selbst fotografierst, benötigst Du außerdem eine Möglichkeit auszulösen – beispielsweise einen Fernauslöser oder die entsprechende App Deiner Kamera. So vermeidest Du unnötige Bewegungen und kannst entspannt arbeiten.

Ein Stativ und Fernauslöser sind übrigens nicht nur für Selbstportraits hilfreich. Immer dann, wenn Du maximale Schärfe erzielen möchtest, sind sie wertvolle Werkzeuge. Selbst die ruhigste Hand verursacht minimale Bewegungen, die sich unter bestimmten Bedingungen auf die Bildschärfe auswirken können.

Für dieses Shooting empfehle ich Dir eine Festbrennweite. Festbrennweiten liefern oft eine hervorragende Bildqualität, sind lichtstark und erzeugen eine besonders schöne Hintergrundunschärfe. Meine persönliche Empfehlung ist eine 50mm-Linse mit einer offenen Blende von f/1.4 oder f/1.8. Sie ist vielseitig einsetzbar, kompakt und eignet sich hervorragend für Portraits.

Achte außerdem auf Deine Verschlusszeit. Je schneller sich Dein Motiv bewegt, desto kürzer sollte die Verschlusszeit sein, um Bewegungen einzufrieren. Für Portraits beginne ich häufig mit einem Shutter von etwa 1/200 Sekunde und passe anschließend ISO und Blende an die jeweilige Lichtsituation an.

Für ein besonders scharfes Portrait fokussierst Du idealerweise auf das Auge, das der Kamera am nächsten ist. Unsere Aufmerksamkeit wandert beim Betrachten eines Portraits fast immer zuerst zu den Augen. Sind diese scharf, wirkt das gesamte Bild sofort hochwertiger und professioneller.

Und nun heißt es: Kamera in die Hand, ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Perfektion ist heute nicht das Ziel. Das Ziel ist, das Gelernte anzuwenden, zu experimentieren und mit jedem Bild mehr Sicherheit zu gewinnen.

Viel Freude beim Shooting!

Aufgabe 1: Das klassische Portrait

Erstelle 5 Portraits auf Augenhöhe.

Achte dabei auf:

  • korrekten Fokus auf den Augen
  • ruhigen Hintergrund
  • natürliche Haltung
  • saubere Belichtung

Frage Dich anschließend:

  • Sind die Augen scharf?
  • Ist der Hintergrund störend?
  • Wohin wandert mein Blick als Betrachter?

Aufgabe 2: Verschiedene Perspektiven

Fotografiere das gleiche Motiv aus:

  • Augenhöhe
  • leicht von oben
  • leicht von unten
  • näher
  • weiter entfernt

Vergleiche die Ergebnisse.

Welche Perspektive wirkt am natürlichsten?
Welche erzählt die interessanteste Geschichte?

Aufgabe 3: Blende verstehen

Fotografiere dasselbe Portrait mit:

  • f/1.8 oder f/1.4
  • f/2.8
  • f/5.6

Beobachte:

  • Wie verändert sich der Hintergrund?
  • Wie verändert sich die Wirkung des Bildes?
  • Welche Variante gefällt Dir am besten?

Aufgabe 4: Licht beobachten

Suche drei unterschiedliche Lichtsituationen:

  • direkt am Fenster
  • einen Meter vom Fenster entfernt
  • im Schatten draußen

Fotografiere jeweils dasselbe Motiv.

Beobachte:

  • Wo wirkt das Licht am weichsten?
  • Wo entstehen stärkere Schatten?
  • Welche Stimmung erzeugt das Licht?

Aufgabe 5: Emotion statt Technik

Erstelle drei Bilder, die unterschiedliche Gefühle transportieren:

  • Freude
  • Ruhe
  • Nachdenklichkeit

Konzentriere Dich nicht auf die Kamera.

Konzentriere Dich darauf, was das Bild erzählen soll.

Denn genau hier beginnt Fotografie spannend zu werden.

Bonusaufgabe: Dein Fotografen-Portrait

Erstelle ein Portrait von Dir selbst.

Ein Bild, das zeigt, wer Du bist.

Nicht perfekt.
Nicht geschniegelt.
Nicht inszeniert.

Sondern authentisch.

Vielleicht ist genau dieses Bild später auf Deiner Webseite oder Deinem Instagram-Profil zu sehen.

Reflexionsfragen

Wähle am Ende Deine 5 Lieblingsbilder aus.

Welche Bilder fühlen sich nach mir an?

Welche Motive haben mir am meisten Freude gemacht?

Gibt es einen Stil oder eine Richtung, die sich bereits erkennen lässt?

Dein Portfolio entsteht nicht an einem Tag. Aber jedes Bild, das Du heute machst, ist ein weiterer Baustein auf Deinem Weg.

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