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Der Weg – die Ausgangsbasis

Ausgangsbasis – Dein Equipment

Nachdem wir über Mindset und deinen Start gesprochen haben,
kommen wir jetzt zur ganz praktischen Grundlage:

Deinem Equipment aber gleich etwas Wichtiges vorweg:

Die Kamera macht nicht das Bild.
Du machst das Bild!

Die Kamera ist dein Werkzeug.
Deine Kreativität ist dein wertvollstes Asset!

Für den professionellen Start empfehle ich dir eine solide DSLR oder spiegellose Kamera mit einer guten ISO-Range.

Was bedeutet ISO?

ISO definiert die Lichtempfindlichkeit deines Sensors.
Je höher die ISO-Einstellung, desto lichtempfindlicher reagiert die Kamera, das hilft dir besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.

Wichtig ist hier nicht die maximale Zahl, sondern wie sauber deine Kamera bei höheren ISO-Werten arbeitet. Ich selbst bewege mich im Nikon-Universum.

Aber: Canon, Sony oder Nikon, mit diesen Marken machst du nichts falsch. Mein Rat: Lass dich in einem Fachgeschäft beraten.

Nimm die Kamera in die Hand.
Spüre, ob sie zu dir passt.

Und ganz wichtig: Nimm nicht das teuerste Modell!
Aber auch nicht das günstigste Einsteigermodell, wenn du langfristig arbeiten möchtest. Du brauchst eine solide Basis, kein Prestige-Objekt.

Viele glauben, sie brauchen sofort das Beste vom Besten. Das stimmt nicht.

Kreativität schlägt Technik.
Idee schlägt Preis.
Licht schlägt Marke.

Man kann sogar mit einem iPhone großartige Bilder machen. Aber es hat Grenzen, gerade wenn du professionell arbeiten möchtest, brauchst du mehr Kontrolle.

Fotografie ist außerdem keine finale Destination. Es gibt immer etwas Neues zu lernen. Und dein Equipment wird sich mit dir weiterentwickeln. Aber starten darfst du simpel.

Die wichtigste Linse für den Anfang

Tipp: Kaufe deine Kamera nicht im Set mit einer Kit-Linse.
Diese Linsen sind meist qualitativ durchschnittlich.

Meine klare Empfehlung für den Start:

Eine 50mm Festbrennweite mit f/1.4 (oder f/1.8, wenn dein Budget kleiner ist).

Warum?

  • wunderschöne Tiefenschärfe
  • tolles Bokeh
  • lichtstark (perfekt für Innenräume)
  • leicht und kompakt
  • vielseitig einsetzbar

Mit einer 50mm kannst du fotografieren:

  • Kinder
  • Babys
  • Portraits
  • Interior
  • Food
  • kleine Hochzeiten
  • Detailaufnahmen

Sie deckt unglaublich viel ab. Du kannst nicht zoomen was bedeutet: Du zoomst mit deinen Füßen. Und genau das schult dein fotografisches Sehen. Ein solider Kamerabody + 50mm Festbrennweite ist eine hervorragende Basis für deinen Start.

Über weitere Objektive und deren Einsatzbereiche sprechen wir später noch im Detail.

Bearbeitungssoftware

Ein Bild entsteht nicht nur beim Shooting, daher ist die Bearbeitungssoftware, der zweite Teil des Bildes.

Die Bildbearbeitung ist ein wesentlicher Teil deines Ergebnisses.
Oft dauert sie genauso lange wie das Fotografieren selbst. Wenn du professionell arbeiten möchtest, brauchst du eine gute Software.

Ich empfehle dir:

  • Adobe Lightroom
  • und optional Photoshop

Lightroom ist perfekt für:

  • Bildauswahl
  • Farbkorrekturen
  • Belichtung
  • Kontrast
  • einheitlichen Look

Photoshop kommt dann ins Spiel für:

  • Retusche
  • Hautkorrekturen
  • komplexere Bearbeitung

Zwischen unbearbeitetem Bild und professionellem Endergebnis
liegen oft Welten. Und keine Sorge, auch das lernen wir Schritt für Schritt.

Zusammengefasst

Für deinen Start brauchst du:

Eine solide Kamera
Eine gute 50mm Festbrennweite
Bearbeitungssoftware
Grundlegende Speicher- und Backup-Lösung

Mehr nicht.

Lass dich nicht vom Equipment-Dschungel lähmen.
Du brauchst keine fünf Objektive.
Kein Studio.
Kein High-End-Setup.

Du brauchst:

Übung, Geduld und den Mut, anzufangen.

Postproduktion

Wo dein Bild vollendet wird

In der Nachbearbeitung ergänzt du das, was du bereits beim Fotografieren geschaffen hast.

Ein gutes Bild entsteht in der Kamera. Ein starkes Bild wird in der Bearbeitung vollendet. Postproduktion bedeutet nicht, Fehler zu „reparieren“. Sie bedeutet, deine Bildidee zu unterstreichen. Stimmung zu verstärken. Farben bewusst zu führen, den Blick zu lenken. Ist ein bisschen wie schminken – man unterstreich, was bereits natürlich vorhanden ist.

Hier entsteht dein Stil.
Hier wird aus einem schönen Foto dein persönliches Werk.

Warum Bildbearbeitung unverzichtbar ist

Wenn du professionelle, magazinreife Bilder erstellen möchtest,
kommst du an Bildbearbeitung nicht vorbei.

Du kannst:

  • Farben intensivieren oder sanfter gestalten
  • Lichtstimmung verändern
  • Texturen hervorheben (z. B. bei Food oder Interior)
  • Haut optimieren
  • störende Elemente entfernen
  • einen einheitlichen Look für dein Portfolio schaffen

Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos.

Aber:
Mehr ist nicht immer besser.
Stil entsteht durch Klarheit, nicht durch Effekte.

Ein Wort zu Presets

Viele Fotograf:innen kaufen unzählige Presets.
Oft in der Hoffnung, dass das eigene Bild genauso aussieht wie das Beispielbild. Und dann kommt die Enttäuschung.

Warum?

Weil ein Preset nur ein Ausgangspunkt ist. Ein Preset kennt dein Licht nicht. Nicht dein Motiv und nicht deine Stimmung. Es ist eine Inspiration, kein Zauberstab. Ich hab anfangs „fremde“ Presets verwendet, da ich mich sicherer fühlte aber jetzt hab ich mir eigene Vorlagen geschaffen die besser zu mir passen. 

Wichtig ist:

Übertreibe es nicht. Ein wenig Anpassung reicht oft. Subtile Bearbeitung wirkt professioneller als extreme Effekte.

Mein wichtigster Rat:

Lerne zuerst die Grundlagen der Bildbearbeitung, ohne dich auf Presets zu verlassen. Wenn du verstehst, was Belichtung, Kontrast, Weißabgleich und Farbkurven wirklich tun, bist du unabhängig.

Und genau das lernst du hier.

Lightroom oder Photoshop?

Heute arbeiten die meisten Fotograf:innen mit Adobe Lightroom. Photoshop ist ebenfalls ein großartiges Programm – besonders für Portraitfotografie, da es professionelle Retusche-Tools bietet. Wenn du das Adobe-Abo nutzt, bekommst du Lightroom und Photoshop im Paket.

Mein Rat für den Anfang:

Konzentriere dich zuerst auf ein Programm.
Lerne es wirklich zu beherrschen.
Verstehe, was du tust.

In diesem Kurs arbeiten wir hauptsächlich mit Lightroom.
Zusätzlich bekommst du Einblicke in Photoshop – vor allem für Portrait-Retusche. Persönlich nutze ich beide Programme. Ich könnte mich nicht entscheiden. Aber wenn es um präzise Hautretusche geht, gewinnt Photoshop.

Fotografierst du hauptsächlich:

  • Landschaft
  • Interior
  • Food

Dann reicht Lightroom völlig aus.

Egal welches Programm du nutzt, ich zeige dir, wie du die Kontrolle über deine Bilder bekommst.

Backup – Deine Sicherheitsroutine

Je mehr du fotografierst und besonders sobald du mit Kund:innen arbeitest wird ein Thema extrem wichtig:

Datensicherung! Stell dir vor, dein Computer wird gestohlen, oder stürzt ab. Oder deine Festplatte gibt den Geist auf.

Deine Bilder sind dein Kapital. Deine Arbeit. Dein Ruf.

Ich empfehle dir:

Investiere in zwei externe Festplatten. Warum zwei? Falls eine verloren geht oder kaputt wird, hast du immer noch eine zweite Sicherung.

Achte darauf, dass sie:

  • kompakt und tragbar sind
  • ausreichend Speicherplatz haben (RAW-Dateien brauchen viel Platz)

Ich arbeite so:

Eine Festplatte ist an meinem Arbeitsplatz angeschlossen.
Die zweite bewahre ich an einem sicheren Ort auf. Sobald ich ein Fotoshooting fertig bearbeitet und an den Kunden geschickt habe, verschiebe ich den Ordner auf meine externe Festplatte. So habe ich auch in meinem Workflow immer einen Hinweis ob noch etwas in Arbeit ist oder nach Zustellung, abgeschlossen ist.

Ein überfüllter Rechner kann langsam werden, Lightroom und Photoshop können abstürzen, daher sind externe Festplatten deine besten Freunde. Ich selbst nutze ein NAS-System.

Cloud-Backup

Zusätzlich empfehle ich ein Cloud-Backup. Wenn Computer und Festplatte gleichzeitig ausfallen, hast du trotzdem Zugriff.

Ein Beispiel dafür: Dropbox.

Der Vorteil:

Man kann Bilder von unterwegs abrufen, Kundenordner anlegen und per Link teilen und alles ist schnell, unkompliziert und professionell.

Wichtig im Umgang mit Daten ist eine persönliche Routine zu haben – nicht nur gute Vorsätze 😉

Zusammengefasst –

Dein digitales Fundament

Lightroom (und optional Photoshop)
Grundlagen der Bildbearbeitung verstehen
Presets bewusst und zurückhaltend einsetzen
Zwei externe Festplatten
Cloud-Backup
Wöchentliche Sicherungsroutine

Professionalität beginnt nicht beim Shooting.
Sie beginnt bei Struktur.

Checkliste

Kamera & Objektiv
  • Kamera bewusst gewählt (Budget & Qualität im Gleichgewicht)
  • 50mm f/1.4 oder f/1.8 als Basis-Objektiv
  • ISO-Range verstanden und getestet
  • Fokus auf Kreativität statt Perfektionismus
Bildbearbeitung
  • Lightroom installiert 
  • Optional: Photophop installiert
Backup & Sicherheit
  • Zwei externe Festplatten organisiert

Im nächsten Modul zeige ich dir das, was ich damals selbst nicht wusste die Grundfunktionen deiner DSLR-Kamera.

Sobald du hier einen klaren Überblick gewonnen hast, gehen wir direkt in die Praxis. Du bekommst eine solide Basis, wie du deine Kamera richtig einstellst und konkrete Übungen, mit denen du dein neues Wissen wirklich verinnerlichst. Keine Theorie ohne Anwendung. Keine Unsicherheit mehr beim Drehen an den Einstellungen. Lass uns loslegen.

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